Sonntag, 3. Mai 2009

AG2 Diary - Tag 3 der Maßnahme

Donnerstag 30.04.2009 – 08:00 Uhr

Beginn 8:00 Uhr, Treffen im Klassenraum, ein Signum auf der Anwesenheitsliste, Teilen der Klasse und ab geht der Spaß. Auf dem Lehrplan steht „Recht“. Ich möchte nicht lange um den heißen Brei reden, hier eine kleine Kostprobe von dem, was auf mich zu kam.

„Ich gebe ihnen einen kurzen Überblick über die Thematik. Es gibt das öffentliche Recht, das Zivilrecht und das Strafrecht. Zum öffentlichen Recht zählt u.a. das Grundgesetz. Das Grundgesetz ist also Teil des öffentlichen Rechts. Also wenn die Öffentlichkeit mit dem Staat interagiert, tritt das öffentliche Recht in Kraft, man spricht dann also vom öffentlichen Recht. Also mit anderen Worten, das Grundgesetz ist das öffentliche Recht [...]“ Ihr braucht nicht zu zählen, wie oft öffentliche Recht oder ein nah verwandtes Wort vorkommt, SIEBEN MAL!!!

30 Minuten später unterhalten wir uns über die Rechte von Siebenjährigen und geistig behinderten Mensch im Arbeitsleben. Suche den Fehler! Vielleicht die Behinderung? Keiner der Anwesenden ist behindert. Keiner der Anwesenden ist 7 Jahre bzw. minderjährig. Liegt der Fehler vielleicht im Wort Arbeitsleben, denn dort befindet sich auch niemand. Ich bin wirklich interessiert in dieses Seminar gegangen in der Hoffnung ein wenig über meine Rechte als Arbeitnehmer zu erfahren, vielleicht Information zu erhalten worauf man beim Arbeitsvertrag achten sollte usw., aber meine Erwartungen wurden wieder nicht erfüllt. Stattdessen unterhalten wir uns nun über das allgemeine Unterhaltsrecht...ich kann es nicht glauben!

Frühstück!

Die Pause ist zu ende und ich sitze wieder im Raum 123 und lausche den Teilnehmern, wie sie von Verschwörungstheorien reden, alle sind böse, man ist immer der Gearschte und man hat eh keine Chance. Ich bin froh hier zu sein, wenigstens ist man nicht allein, in dieser großen bösen Welt. Langsam nerven mich die Gespräche über Kain und Abel, Kennedy, Pearl Harbor und 11. September. Ich komme mir vor wie in einem Geschichtskurs, eigentlich sehr interessant, aber nichts, was mir in meiner jetzigen Lage als Arbeitsloser helfen würde aus diesem Irrenhaus herauszukommen.

Hier was Witziges, ein paar komische Gesetze aus irgendwelchen Staaten der USA:

  • ohne lebensicherndes Gerät, darf nicht aus einem Flugzeug gesprungen werden

  • es ist verboten, Mülleimer sexuell zu mißbrauchen

  • es ist verboten nach Mitternacht rückwärts zu laufen

  • nackt schlafen und duschen ist verboten

Schluss mit Lustig, was soll ich erzählen. Gerade noch unterhalten wir uns über lustige Gesetze und nun sind wir schon bei den Piraten in Somalia. Wenn man sich wünscht in Somalia Urlaub machen zu DÜRFEN, dann wisst ihr, wie ich mich gerade fühle.

Nach stundenlanger Diskussion über das Unrecht in der Welt, sind wir wieder zum Kernthema unseres Seminars gekommen, der 14 Jährige und seine Rechte, zum Beispiel sein Recht auf Taschengeld!!! Mit einer stoischen Ruhe und Selbstverständlichkeit erzählt der „Lehrer“ von MP3 Playern, stehlenden Kindern, die sich eventuell mit ihrem Taschengeld eine Waffe auf dem Schwarzmarkt kaufen...Ich glaube wir sind gerade zum Thema Waffenrecht übergegangen.

Ach nein doch nicht, wir sind bei der Abwrackprämie (Na? Sehr ihr noch durch? Ich nicht!)

Mittagspause!

Die Pause ist zu ende, meine geht geistig weiter! Ich würde euch gern noch was erzählen, aber mein Hirn läuft mir gerade links und rechts aus den Ohren. So weich gekocht wie hier, wird sonst nirgends. Der Tag ist nach weiteren 1,5 Stunden lustigem Hüpfens durch die Geschehnisse der Welt beendet und ich kann nach Hause gehen. Danke und bis morgen!

Samstag, 2. Mai 2009

AG2 Diary - Tag 2 der Maßnahme

Mittwoch 29.04.2009 – 08:00 Uhr

Weiterführung des Profiling (20 Soft Skills!) vom Vortag. Eine junggebliebene 60 jährige mit Reibeisenstimme und einer Wortfrequenz von, ist es noch das erste Wort oder schon ihr zweites, erzählt von Gott und der Welt. Ich weiß jetzt alles über Theater, Museen und über die Mitstreiter meiner Klasse, denn jeder musst von sich ein Kurzprofil erstellen.

Aufgabe: Nennen sie 10 fachliche Anforderungen, die für ihre Traumstelle gefordert werden und nennen sie 7 persönliche Fähigkeiten.

Anschließend durfte ich jedem Teilnehmer 30-40 Minuten lauschen, wie er sich seine Traumstelle vorstellt. Träumen soll ja erlaubt sein, in dem Sinne gute Nacht.

Nach der Mittagspause gab es dann das Seminar „GARAGE“. Der Weg in die Selbstständigkeit. Meine Vorstellung von dem wahrscheinlich sehr informativen Seminar wurden zu 100% nicht erfüllt. Eine lispelnde Frau, wahrscheinlich jünger als ich, versuchte eine Gruppe desinteressierter zu unterhalten. Die erste Frage war „Wer denkt daran sich selbstständig zu machen?“ Der Kanon antwortete prompt, deutlich und höflich mit „Nein Danke!“. „Oh, schön, na dann fange ich mal gleich an“, war ihre Antwort. (Das habe ich in der kurzen Zeit meiner Anwesenheit bereits erkannt, es spielt keine Rolle was dir persönlich helfen könnte. Es gibt ein striktes „Programm“ und an diesem wird festgehalten egal was kommt. Da könnten 30 Taubstumme sitzen, wenn das Programm vorschreibt, wir hören heute ein Hörbuch über 20 Soft Skills, dann würde man dies tun.)

Das Seminar zu Selbstständigkeit sah dann so aus, dass wir uns alle in Gruppen zusammengesetzt haben und uns überlegen sollten, wie man das mit der Selbstständigkeit in Angriff nehmen könnte. Nach einer Stunde wurden dann die Ergebnisse zusammengetragen und mit dem Kopf nickend von der „Verantwortlichen“ kommentiert. So, wieder ein Seminar geschafft. Niemand hat was erzählt, keine zu gebrauchenden Information. NA? Hört ihr schon eure Steuergelder lachen?

Bis morgen!

AG2 Diary - Tag 1 der Maßnahme

Dienstag 28.04.2009 – 08:00 Uhr

Es begrüßt mich ein Typ im pinken Polohemd, der sich benimmt wie ein Waldpilz auf Speed. Ich komme mir vor wie im Ferienlager. Er redet wie ein Betreuer, der versucht Wortschatz und Aussprache auf das Niveau der Kinder abzustimmen, um diese besser erreichen zu können. Innerlich habe ich bereits Ziegel und Mörtel für eine Mauer bereitgelegt. Das erste was ich in die Hand bekomme ist die Hausordnung, Toiletten sind sauber zu halten, es dürfen keine Gegenstände beschädigt werden und immer schön Ordnung halten. Nach dem Lesen der Hausordnung ist meine Mauer bereits fertig und es handelt sich um eine doppelte Massivwand. Wo bin ich gelandet? Solch eine Unterweisung hatte ich das letzte Mal im Ostseelager Markgrafenheide und da war ich 12! Nach der Unterzeichnung von 20 Formularen, gefühlte 200, wurde ich vom pinken Waldpilz gefragt ob ich schlechte Laune hätte. „Ne, alles schick!“ Anschließend wurde ich in meine Klasse geführt, auf dem Lehrertisch liegt ein KLASSENBUCH, es herrscht Anwesenheitspflicht.
„Verlassen sie das Haus, tragen sie sich in eine Liste ein. Kommen sie wieder zurück, tragen sie sich wieder aus. Ist man krank, geht man zum Arzt und lässt sich dies Bescheinigen. Fehlende Tage werden an die 10 Wochen rangehangen.“

Thema heute, Soft Skills! 6 Stunden sitze ich vor einer Liste mit Attributen und muss überlegen wie diese wohl in einem Vorstellungsgespräch abgefragt werden könnten. 6 Stunden für 20 Soft Skills!! Nach der „Übung“ kann ich mir die Soft Skills „Ausdauer und Anpassungsfähigkeit“ auf die Stirn tätowieren.

Es gibt auch Positives zu berichten. In meiner Klasse sitzen keine 47 jährigen russischen Ex-Putzfrauen bzw. gerade aus der Sicherheitsverwahrung entlassene türkische Mitbürger. Vielleicht ist das der Lichtblick am Ende des Tunnels, vielleicht sind es aber auch nur die Lichter des nahenden Zuges.

Ich würde euch gern mehr von meinem ersten Tag erzählen, aber es gab nur 20 Soft Skills zu bearbeiten!

AG2 Diary

Montag 27.04.2009 – 09:45 Uhr

Ich bin seit einer Woche ein Aussätziger! Ein Leprakranker auf einer Insel namens Jobcenter, mit Aufenthaltsort FAW „Fortbildungs-Akademie-Wirtschaft“

Es ist Montag, ich treffe mich mit meiner Integrationsbeauftragten. Diese Bezeichnung bestätigt mich in meinem Vergleich mit einem Aussätzigen. Ich teile der guten Frau alle Daten mit die sie wissen muss und zwischenzeitlich darf ich mir ein Prospekt mit den bedeutenden drei Buchstaben PPP anschauen. Die drei Ps stehen für 123 Euro/Teilnehmer/Tag, die das Jobcenter an die FAW zahlt. Um die Sache weiter zu detaillieren, PPP bedeutet „Perspektive, Persönlichkeit und Praxis“. Nach dem Lesen der Broschüre geistert in meinem Kopf nur ein Wort „NEE“. Da machst du auf keinen Fall mit. 10 Minuten später unterschreibe ich die Teilnahmebestätigung. „Der erste Schritt in die richtige Richtung“, sagt mir meine Integrationsbeauftragte, „auch wenn es für sie wohl ein wenig unterste Schublade sein wird, machen sie das Beste draus.“ Das es sich dabei um die unterste Schublade in einem abgewrackten Schrank, in der dunkelsten Ecke eines Kellers handelt, wusste ich bis dato noch nicht.

Ich werde euch hier auf meinem Blog, im Rahmen meines AG2 Tagebuches auf dem Laufenden halten und euch zeigen wofür unter anderem eure Steuergelder verpulvert werden.

Dienstag, 13. Januar 2009

Jahresrückblick 2008

Das Jahr 2008 ist besiegelt und 12 neue Monate stehen uns bevor. Was haben die letzten 12 gebracht? Vielleicht sollte ich den Rückblick mit der Vorschau des letzten Rückblickes beginnen. Ich bin nicht nach Schweden gefahren, habe keine Scheine gemacht, Lucy war lustig und ich saß Silvester nicht mit den üblichen Verdächtigen an einem Tisch. Also, lasst mich das Fernglas herausholen und mich einmal umdrehen.

Nach dem ich Brandenburg letztes Jahr Anfang Januar verlassen hatte, dauerte es nicht lange und ich bekam Lucy. Nein, keine Freundin, sondern den Hund von Birte. Der Vierbeiner hat sich bei mir auch gleich pudelwohl gefühlt und so hatten wir zwei tolle Wochen. Lucys Thron war meine Couch. Jeden Morgen um 6 ging ihr Kopf hoch, ein kurzer Blick zu mir ob ich noch die Augen zu habe, was sie zum Anlass nahm sich schnell, aber nicht gerade unauffällig in mein Bett zu schleichen. Nach 10 Minuten hatte sie sich meine Decke dann so zurecht gewurschtelt, dass sie der Meinung war, so noch einige Stunden der Nachtruhe frönen zu können. In den zwei Wochen war ich mit ihr dauernd auf Achse. Sie war geil auf Bälle. Es dauerte nicht lange und ich wusste wie sich ein Tennisspieler mit Tennisarm fühlt. Hier fällt mir ein Moment ein, der auf der einen Seite lustig, auf der anderen aber auch beängstigend war. Lucy und ich waren gerade auf der Wiese und spielten, wie soll es anders sein, mit dem Ball, da kam eine Krähe. Wenn ich den Ball warf, dann entfachte dieser Wurf ein “Wettlauf” zwischen Hund und Vogel, den der Hund mit lautem Gebell gewann. Es dauerte keine 5 Versuche und die Krähe holte sich Verstärkung. Beim nächsten Wurf konzentrierte sich ein Vogel auf den Hund und ließ sich von diesem über die Wiese jagen, aber immer so, dass Lucy das Gefühl bekam, ihre Beute noch zu erwischen. Während die zweite Krähe sich dem Ball widmete und diesen für sich beanspruchen wollte, ABER ohne mich. So rannten Lucy und ich hinter den schwarzen Viechern her, bis es mir zu blöd wurde und wir das Weite suchten. Toll, ich habe mich von Krähen vertreiben lasse, wo wird das wohl mal hinführen? Ein weiteres Highlight war ein abendlicher Spaziergang. Lucy verschwand plötzlich in einem großen Busch und kam kurze Zeit später mit einem gut gefüllten Meisenfuttersack heraus. Ich traute meinen Augen nicht, als sie den kompletten Kunststoffsack samt Inhalt verschlang und mich anschaute, als ob ich noch Nachschlag für sie hätte. Am nächsten Morgen ging es ihr dann nicht ganz so gut und so beförderte sie den Sack wieder ans Tageslicht. Die zwei Wochen waren schnell vergangen und so wurde mein Gast auch schon wieder abgeholt.

Im März und April bestand ich die letzten Prüfungen meines Studiums. Mit der letzten Prüfung hab ich dann noch mal gezeigt was in mir steckt und fragte mich, warum es nicht immer so lief. Egal, Lernen ade, jetzt ging es nur noch ums Schreiben. Schreiben, bis die Finger glühen, die Tasten klemmen und der Sehnerv nur noch schwarz weiß sieht. Die Masterarbeit stand vor der Tür. Die letzte große Hürde. Das Einzige, was die Tür zum Master noch verschließen konnte. Ich hatte recht schnell ein Thema und auch eine Professorin, die es betreute. Eh ich mich versah, war meine Arbeit angemeldet und die Zeit lief gegen mich. 6 Monate, um zu klären ob die kreative Gestaltung der Bildwerbung einen Einfluss auf das Verständnis der Werbebotschaft hat. Erklärt an einem Fallbeispiel alkoholfreier Getränke. Die ersten zwei Monate waren geprägt von Literaturrecherche und vom Schreiben des Konzepts.

Im Mai wurde es dann festlich. Mein langjähriger Kumpel Marcus kam unter die Haube. Er ist nun schon der zweite aus der Runde, der glorreichen 5. Es war eine schöne Hochzeit, mit viel Spaß, Spiel, Speis’ und Trank. Was natürlich nicht vergessen werden darf, ist der Junggesellenabschied. Mit Bollerwagen, Gitarre und der ein oder anderen alkoholischen Erfrischung zogen Junggeselle Marcus und sein Fußvolk durch die Stadt. Einer der Höhepunkte war wohl, wie er mit der Gitarre in der Hand durch die Hauptstraße flanierte und seine Gesangeskunst zum Besten gab. Hinter ihm, wie Ratten aus Hameln, sein lachendes Gesindel :D Der versteinerte Fritze Bollmann auf seinem Brunnen, wäre geflüchtet, wenn er gekonnt hätte, als Marcus mit nackten Füßen im Bollmann-Brunnen die “Hymne” Brandenburgs anstimmte. Anschließend ging es in Schweineschnäutzchen zum dekadenten Speisen, bevor es dann in die Scobar zum feucht fröhlichen Cocktailtrinken ging. Ich sag nur es gibt einen Gott!!

Der Sommer war ziemlich unspektakulär. Ende September zog meine Mitbewohnerin Iris aus. Es war die bis dato beste WG, in der ich in Kiel gehaust habe. Hat viel Spaß gemacht und man hat viel gelacht, es war nicht einfach nur eine Zweck-WG. Wie werde ich die 16 Uhr Aufforderung “Käffchen Heinz???” vermissen. Im Oktober zog dann mein Nachbar Andreas bei mir ein. Ich glaube wir stellen in dem Haus die 100% Ossi-WG. Jeden Sonntag geht es dann geschmeidig zum Dönermann. Hier zelebrieren wir das Dürümessen. Ein schön fetten Dürüm oder Börek und dazu 2 bis 3 Teechen, es gibt kein besseres Sonntagsmahl, aber lasst das bloß nicht Oma hören, die würde nur ergrauten Kopf schütteln.
Trauriges Highlight war die Erfahrung die mein Bruder in seinen ersten Lehrmonaten sammeln musste und so “befreiten” wir ihn Anfang Oktober aus den Fängen einer alten verbiesterten Hotelbesitzerin. Unser Besuch in Osnabrück war mit Erfolg gekrönt und er konnte in einem neuen Hotel anheuern, in dem es ihm anscheinend gefällt. Nur mit der Hauseigenen Biermarke hadert er ;).

Die restlichen Monate des Jahres habe ich mich wieder vermehrt meiner Masterarbeit gewidmet. Bis Weihnachten wollte ich fertig sein, aber wer kein Zeitproblem hat, der hat ein Motivationsproblem. Ich schaffte es nicht bis zu den Feiertagen. Die Umfrage und deren Auswertung, die ich im Rahmen der Arbeit erheben musste, kosteten doch mehr Zeit als erwartet. Die Daten die ich letztendlich zur Verfügung hatte, waren mit Verlaub gesagt miserabel. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht aus Scheiße Gold machen könnte, also setzte ich mich mit Cola, Kaffee und Wein an den Schreibtisch und schrieb was das Zeug hielt. Es macht mich ein wenig stutzig, dass meiner Professorin gerade der Teil meiner Arbeit so gut gefallen hat, den ich unter erhöhtem Alkoholgenuss geschrieben habe. Egal, in dem Fall heiligt der Zweck die Mittel.

Weihnachten wurde dann wieder im Kreis der Familie verbracht. Das Essen war viel und die Bewegung wenig. Am 27. fanden sich die Freunde zum Brunch im Fontaneclub ein. Zwei Themen überraschten: Wir heiraten und wir bekommen ein Kind. Ich war begeistert, mein Freundeskreis wird langsam häuslich und rutscht immer tiefer in den Kreislauf familiärer Geschehnisse hinein. Hiermit gratuliere ich den werden Eltern Marcus und Anni und ich wünsche dem zukünftigen Eheleuten Saskia und Matze alles Gute.

Dann ging es auch schon wieder nach Kiel. Die letzten Feinarbeiten an meiner Arbeit standen an. In 6 Jahren Studium war ich nie so fleißig gewesen. Ich schrieb sogar am Silvesterabend, ehe ich mich dann auf den Weg zu zwei einsamen Seelen machte, die genauso wenig wie ich, allein ins neue Jahr rutschen wollten. Anne, viel Glück in Helsinki… fahre ich nicht nach Australien, dann sehen wir uns auf der Elchjagt in Finnland ;)

Das war mein Jahr 2008. Ich spare mir Äußerungen für eventuelle Ereignisse 2009. Weil ich sonst 2010 hier sitzen werde und wahrscheinlich alles relativeren würde. Ich lass mich überraschen, aber ich halte euch auf dem Laufenden. Bis dahin YEAHHHH rein in die Wogen von 09, auch wenn die zur Zeit noch ein wenig vereist sind :D

Amrok

Sonntag, 23. November 2008

Unglaubliches Feingefühl

hallo meine treuen Blogleser. Es gibt im Westen was Neues zu berichten. Letzte Woche war ich auf dem Weg zur Uni...ja, soll auch mal vorkommen! Auf dem Weg dorthin musste ich am Frischemarkt Blücherplatz Kiel vorbei und da habe ich doch Unglaubliches erspäht. Es war wieder die Zeit gekommen, in der man den Verstorbenen der letzten 12 Monate gedenkt, der Totensonntag. Überall wurden Grabgestecke und Grabkränze verkauft. So auch bei besagtem Frischemarkt. Hier gab es das doppelte Grabgesteck „Krebs“. Dieses kann dann Oma Ingeborg, mit den Tränen in den Augen, auf das Grab ihres kürzlich, an einem Prostatakarzinom, verstorben Gatten legen. Sehr mitfühlend!

Da ja bald Weihnachten ist, habe ich noch ein paar Geschenktipps für die Liebsten. Wie wäre es mit einem Spiel für Oma und Opa? Anbieten würde sich das Gedächtnisspiel Memory in der Deluxeversion „Demenz“ oder wie wäre es mit dem beliebten Kristbaumschmuck „Infarkt“? Sehr beliebt auch die antike Teekanne „Inkontinenz“ und wem das alles noch nicht gut genug ist, für die Menschen die einem am Herzen liegen, empfehle ich den Hometrainer „Arthritis“ beziehungsweise für die ganz sportlichen Graukappen die Erweiterungsversion „Arthrose“.


Ich wünsche noch eine schöne vorweihnachtliche Zeit.


Euer Amrok!

Mittwoch, 12. November 2008

Ein ganz normaler Morgen

...der Wecker braucht nicht zu klingeln, da die Müllabfuhr ihren Dienst bereits sehr früh aufnimmt. Sollte ich es trotzdem schaffen noch ein Auge zu schließen, ist der Umzugstrupp ein Eingang weiter damit beschäftigt, dies zu verhindern. Sollte das auch nicht reichen, dann schafft es eben der Hund von nebenan, dass ich entnervt aufstehe. In der Küche stelle ich fest, wenn ich die Nutella nicht gleich aus dem Glas löffeln möchte, dann sollte ich Brot oder Ähnliches besorgen. Ab zum Bäcker und bei 100m Fußweg noch schön den Haufen von Wadenschreck Fiffi mitgenommen. Beim Bäcker fragt mich eine Verkäuferin die so alt ist wie die Geschichte des Brötchens, was ich denn gern hätte. "Eine hübsche junge Verkäuferin" denke ich mir und sage 2 normale Brötchen. Es kommt die Frage, was ich unter normal verstehe. Am frühen Morgen solch' eine Frage zu hören, erweckt in mir den Wunsch sofort auf der Stelle umzufallen und in mein Traumland zu verschwinden, wo das Stellen solch' dämlicher Fragen mit dem Verzehr von 100kg Brötchenteig bestraft werden. "Ja, was nehm' ich denn da...Ne Knauze und ein Vinschgauer oder doch lieber 2 Panini Rustico? Was soll man denn da antworten? Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen und bestelle spontan, anstelle der Brötchen, zwei Pfannenkuchen. "Pfannkuchen, was ist das, führen wir nicht"...Ich schau auf das Blech Pfannenkuchen vor mir und frage mich, wo die Kamera versteckt ist. DANN EBEN 2 BERLINER!!! Wie kann man nur so inkompetent sein. Vielleicht sollte man sich überlegen Brötchen = Brötchen und Brot = Brot sein zu lassen. Wer sieht denn noch durch bei Semmel, Wecke, Weggli, Rundstück, Schrippe, Kipfel und Co?